Nationales Forschungsprogramm «Deglobalisierung und Resilienz von Lieferketten» (NFP 87)

Das NFP 87 erforscht die Auswirkungen von Deglobalisierung und Lieferkettenproblemen auf die Schweiz. Es erarbeitet wissenschaftlich fundierte Grundlagen, um Resilienz zu stärken, Risiken zu erkennen und Krisen zu bewältigen.
Nach Jahrzehnten zunehmender wirtschaftlicher Verflechtung zeichnet sich in der Weltwirtschaft derzeit eine deutliche Verlangsamung der Globalisierung ab, möglicherweise sogar eine Tendenz zur Deglobalisierung. Unter Deglobalisierung wird ein Prozess verstanden, in dem die grenzüberschreitende wirtschaftliche Integration langsamer, fragmentierter und stärker politisiert verläuft oder teilweise sogar rückgängig gemacht wird. Diese Entwicklungen stellen das liberale Wirtschaftsmodell der Schweiz vor neue Herausforderungen. Sie werfen grundlegende Fragen auf, wie die Schweiz die Vorteile einer offenen Volkswirtschaft bewahren und gleichzeitig ihre Exponiertheit gegenüber geopolitischer Fragmentierung, Störungen kritischer Wirtschaftsströme und einer Instrumentalisierung wirtschaftlicher Abhängigkeiten verringern kann.
Das NFP 87 untersucht, wie Deglobalisierung und Lieferkettenprobleme die Rahmenbedingungen, Verwundbarkeiten und politischen Handlungsmöglichkeiten der Schweiz verändern. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, praxisnahe Instrumente und evidenzbasierte Handlungsoptionen zu erarbeiten, um die Resilienz der Schweiz zu stärken und damit Wohlstand, Sicherheit, Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Wohlergehen zu sichern.
Zu diesem Zweck vereint das Programm Expertise aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und fördert den kontinuierlichen Austausch mit Behörden, Unternehmen, Branchenverbänden und weiteren relevanten Akteurinnen und Akteuren.